Knochenmühle Isingheim

Muehle1In Isingheim, 4 km von Eslohe entfernt, steht noch heute eine voll funktionsfähige Knochenmühle. Seit Beginn des 19. Jh. steht an dieser Stelle am Esselbach, früher Cobbenroder Bach, eine Mühle. Zunächst als Sägemühle, dann seit Mitte des Jahrhunderts als Rapsmühle genutzt, begann man kurze Zeit später Knochen zu stampfen. 1865 fand sich in Enkhausen bei Meschede die erste Knochenmühle des Kreises. Sie versank in den 50-er Jahren in den Fluten des Hennestausees. Die Knochenmühle in Isingheim wird durch ein oberschlächtiges Mühlenrad angetrieben.
Das heutige eiserne Mühlenrad wurde 1952 erneuert, nachdem 1945 das hölzerne durch eine Granate zerstört wurde. Das Holzrad trieb eine Kreuzschlagmühle an, in die jeder einzelne der abgekochten und entfetteten Knochen gesteckt werden mußte. Der Einbau eines hölzernen Schlagwerks erleichterte und beschleunigte die Arbeit. 65 Kilo schwere eiserne Stempel zerstampfen die Knochen. Ende des 19. Jh. wurden 1000 Zentner Kochen pro Jahr zu Mehl verarbeitet. Die Knochen bezog man sogar aus der weiteren Umgebung. Man lieferte sie waggonweise am Bahnhof in Freienohl an, wo sie mit Pferd und Wagen abgeholt werden mußten (Entfernung 20 km). Bis zum 2. Weltkrieg verkaufte man das Mehl direkt an die bauern. Während des Krieges blieb die Mehlherstellung untersagt, weil Knochen zur Gewinnung von Fetten und Ölen für die Rüstungsindustrie geraucht wurden. Nach dem Krieg „mahlte“ man nur noch in geringem Maße für einige benachbarte Bauern und den Eigenbedarf. Der Kunstdünger hatte entgültig seinen Siegeszug angetreten. Das Knarren und Ächzen, der seit 1985 unter Denkmalschutz gestellten Isingheimer Knochenmühle, hört man heute nur noch, wenn Gäste den Besitzer Franz Stratmann besuchen, und er ihnen gerne die Anlage und ihre Arbeitsweise vorführt.

Anmeldung: Franz Stratmann, Isingheim 3, 59889 Eslohe, Tel. 02973-504
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