Weltcup Willingen 2014

Alle Infos zum Skisprung Weltcup Willingen 2014

02. Februar 2014:

4Y2A3936Der Ski-Club Willingen ist mit seinem Kult-Weltcup 2014 mit dem Glück des Tüchtigen belohnt worden. Am Ende der drei tollen Weltcup-Tage auf der Mühlenkopfschanze mit fast 40.000 Zuschauern von Freitag bis Sonntag waren sich nahezu alle Beobachter aus dem In- und Ausland einig: dies war sportlich wie organisatorisch der Höhepunkt im diesjährigen Winter, der bis dato nicht unter einem guten Stern gestanden hatte. In Willingen stimmte beim letzten Olympiatest für die weltbesten Skispringer endlich einmal alles, auch der Wind und das Wetter.

Dabei sah es vor wenigen Tagen noch nicht einmal danach aus, dass diese stimmungslose Skiparty überhaupt hätte stattfinden können. Als alle renommierten Skiorte in Mitteleuropa das Handtuch werfen mussten, packte Willingen einmal mehr an, krempelte die Ärmel hoch und transportierte den fehlenden Schnee aus allen Richtungen an: die Lkw rollten aus Titisee-Neustadt, der Skihalle Neuss, dem Skidome in Bispingen und einer Fischeisfabrik in Bremerhaven an, ehe es dann im Waldecker Upland doch noch schneite und alles in Weiß hüllte.

Schanzenchef Wolfgang Schlüter und seine Mannen legten eine Schanze hin, die am Samstag einen der allerbesten Weltcups überhaupt ermöglichte und lob von TD Gabrijel Gros aus Slowenien einbrachte. Wer befürchtet hatte, dass Janne Ahonens 152 m ein Rekord für die Ewigkeit sein würden, sah sich getäuscht. Jurji Tepes aus Slowenien stellte diese Bestmarke ein und Polens Weltmeister Kamil Stoch holte sich mit seinem Doppelsieg die Führung im Gesamtweltcup zurück. Dass Deutschlands Vorspringer Severin Freund („Skispringen in Willingen ist immer famos“) an beiden Tagen als Zweiter auf das Treppchen sprang, machte die Topstimmung in Nordhessen schließlich perfekt. Und auch Andreas Wellinger zeigte, dass er an einem guten Tag ganz vorn dabei sein kann.

Der neue Kampfrichterturm und die neue Flutlichtanlage haben die Möglichkeiten in Willingen weiter verbessert, so dass die Weltcup-Zukunft auch durch neue Schanzenbauten und damit neue Konkurrenz langfristig gesichert scheint. „Wir kritisieren auf hohem Niveau“, meinte Weltcup-Direktor Walter Hofer, der “ am Willinger Format“ jetzt nur noch eines ändern möchte: „Wir sollten die Skispringer nicht verstecken, sondern ihr Springerlager hoch oben von der Schanze noch unten und damit näher an das Publikum zu bringen.“ Kritische Worte gab es von dem Österreicher nur am Schanzensprecher.

„Es war gut für das OK, seine vielen Helfer und das tolle Publikum, dass nach der Absage am Sonntag im vergangenen Jahr hier in Willingen diesmal wieder zwei Wettbewerbe stattfinden konnten. Es war toll hier zu springen“, erklärte Bundestrainer Werner Schuster und fährt mit erhobenem Haupt nach Sotschi. „Wir lassen uns nicht von Tagesevents leiten. Unser Ziel bleibt es , mit diesem jungen Team ein hohes Ziel zu erreichen und zwei Medaillen zu gewinnen, eine in der Mannschaft und eine im Einzel. Diesen Anspruch können wir geltend machen bei dem Aufwand den wir leisten.“ Die Schanzen in Sotschi, „besonders die kleine“, seien sehr gut, das Wetter soll gut werden und der Bundestrainer hofft, dass auch die Rahmenbedingungen und Sicherheitskontrollen es zulassen, dass sich seine Springer auf ihre Aufgaben konzentrieren können.

01. Februar 2014:

4Y2A2909Über 15.000 Skisprung-Fans bereiteten Martin Schmitt einen großen Abschied und der Slowene Jurij Tepes stellte mit 152 m im ersten Durchgang den Schanzenrekord von Finnlands Janne Ahonen ein. Die Willinger Mühlenkopfschanze war in bestem Zustand und Polens Weltmeister Kamil Stoch (139,5/145,5/ 263,2) ließ sich als Sieger des ersten von zwei Einzelspringen beim letzten Olympiatest vor dem Deutschen Severin Freund (139/147,5/262,2) und dem ebenfalls starken Slowenen und „Man oft he Day“ Jernej Damjan (141,5/150,5/258,5) feiern, der Japans Altmeister Noriaki Kasai (253,9) auf Platz vier noch vom Podest stieß.

Andreas Wellinger (8.) Markus Eisenbichler (11.), Marinus Kraus (12.), Michael Neumayer (14.), Richard Freitag (16.) und Andreas Wank (23.), der am Vortag noch die Qualifikation  gewonnen hatte, stimmten Bundestrainer Werner Schuster mit einer geschlossenen Mannschaftsleistung zufrieden. Weltcup-Spitzenreiter Peter Prevc (7.), der in Sapporo triumphiert hatte, landete einen Rang hinter Schanzenrekordler Tepes und verteidigte damit Position eins.

Die Slowenen unterstrichen einmal mehr ihre Stärke mit Platz  drei und fünf (Robert Kranjec), sechs und sieben sowie einem neuen Schanzenrekord und die Weltcup-Gesamtführung. Besser geht es kaum, obwohl Polen den Sieger und Deutschland den Zweitplatzierten stellte.

Willingen erlebte zur besten Fernsehzeit in der ARD und bei Eurosport einen der besten Wettkämpfe des Winters überhaupt. Die Bemühungen des Ski-Clubs und seiner rund 1.000 Free Willis haben sich einmal mehr als ausgezahlt und machen Appetit auf das zweite Springen am Sonntag, das wieder viele Zuschauer anlocken sollte.

„Was Boris für Tennis, war Martin für  Skispringen“ Sportehrenzeichen in Gold für Martin Schmitt

Martin  Schmitt ist einen Tag nach seiner Rücktrittserklärung vor 15.455 Fans beim Willinger Skisprung-Weltcup an der Mühlenkopfschanze mit dem Sportehrenzeichen in Gold aus den Händen von DSV-Präsident Dr. Franz Steinle ausgezeichnet worden. “Was Boris Becker für das Tennis war, warst du für das Skispringen. Du hat einen Boom ausgelöst”, sagte Steinle vor vielen Fans, die teilweise Tränen in den Augen hatten. Schmitt wurde bei seinem letzten Auftritt begistert gefeiert, seine Fans trugen in Anlehnung an den 36-Jährigen lilafarbene Mützen seines Sponsors.  “Wahnsinn, was ich hier erleben durfte. Danke für alles”, sagte der viermalige Weltmeister sichtlich bewegt und drehte eine letzte Ehrenrunde im Auslauf der größten Großschanze der Welt.

31. Januar 2014:

4Y2A2238Andreas Wank hat die Qualifikation beim Kult-Weltcup vor 7356 Zuschauern auf der Mühlenkopfschanze in Willingen gewonnen und die Prämie für den „Man of the day“ kassiert. Er weckte damit Hoffnungen auf eine erfolgreiche Olympia-Generalprobe der deutschen Skispringer in Nordhessen. Der 25-Jährige setzte sich mit einem Sprung auf 136 Meter knapp vor dem Japaner Reruhi Shimizu durch. Dritter war der Slowene Jurij Tepes (138,5).

Neben den gesetzten Andreas Wellinger (134) , Severin Freund (135) und Marinus Kraus (128,5) schafften auch Richard Freitag (121), Michael Neumayer (125) und Markus Eisenbichler (134,5) den Einzug in den Wettbewerb am Samstag um 16.00 Uhr.

«Das war der erste Quali-Sieg in meiner Karriere. Dieses kleine Erfolgserlebnis nehme ich jetzt mit. Es gibt noch Kleinigkeiten, die nicht passen. Aber auf diesem Sprung kann ich aufbauen», sagte ein strahlender Wank. Auch Freund, der auf 135 Meter kam, war zufrieden. «Das hat sich ganz gut angefühlt. Dieses Gefühl will ich mitnehmen», erklärte der 25-Jährige. Eine gute Vorstellung bot auch Wellinger, der 134 Meter weit sprang. «Es läuft ganz gut. Ich bin auf einem guten Weg», sagte der 18 Jahre alte Team-Youngster.


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